Einblicke #9

Fakten zum Magazin

Wenn es um die Stabilität eines Bergwerks geht, denkt man – natürlich – zunächst an die ungeheuren Kräfte, die auf die künstlich geschaffenen Hohlräume im Untergrund wirken. An die mächtigen Gesteinsschichten, die über den unzähligen Strecken und Abbauen lagern. An die Last, von der man da unten allerdings so gar nichts spürt.

Viele Besucher*innen des Endlagers Morsleben wundern sich, wie warm und trocken es in dem ehemaligen Salzbergwerk ist. Und wie geräumig: Platzangst kommt da nicht auf.

Derzeit wird das Bergwerk überwacht und instand gehalten. In einem atomrechtlichen Genehmigungsverfahren wurde die Stilllegung beantragt; die Vorbereitungen dazu laufen. Bis es mit der Verfüllung losgehen kann, registrieren Hunderte von empfindlichen Messgeräten jede kleine Bewegung des Berges – über und unter Tage. In unserer ersten Geschichte erfahren Sie mehr darüber.

Stabilität hat in Morsleben aber auch noch eine ganz andere Bedeutung. Denn seit Generationen schon prägt das Bergwerk die Region und die dort lebenden und arbeitenden Menschen. In vielen Familien reicht die eigene Bergbaugeschichte bis in die 1890er-Jahre zurück, als der erste Schacht abgeteuft wurde. Auch bis zur Stilllegung werden noch viele Jahre vergehen – und die familiären Bergbaugeschichten fortgeschrieben. So wie die des Auszubildenden David Jeche, den wir für diese Ausgabe an seinem Arbeitsplatz im Berg – „auf’n Schacht“ – besucht haben.

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