Einblicke #11

Fakten zum Magazin

Es gibt diesen unbequemen Sitz zwischen zwei Stühlen. Im Fall des Endlagers Konrad lässt sich das Dilemma wie folgt beschreiben: Einerseits lagern in Deutschlands Zwischenlagern mehr als 120 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle – nach dem Rückbau aller deutschen Kernkraftwerke werden es über 300 000 Kubikmeter sein. Andererseits steht das Endlager Konrad weiterhin in der Kritik.

Mit diesem Spannungsfeld wollen wir uns in dieser Ausgabe beschäftigen – und laden Sie zunächst zu einem Besuch vor Ort ein. Unter Tage, wo das eigentliche Endlager entsteht, sind die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass die Bergleute schon vom „Innenausbau“ sprechen. Über Tage steht auch Konrad 1 kurz vor der Fertigstellung. Nur auf Konrad 2, so scheint es auf den ersten Blick, wenn man die Bilder auf den Seiten Seite 14 und 15 betrachtet, will es noch nicht so recht losgehen. Dass auch dort alles nach Plan läuft, schildern wir in der Titelgeschichte.

Der Umbau des Erzbergwerks zum Endlager dauert Jahrzehnte. Zu Recht stellt sich bei einem solchen Großprojekt die Frage, ob die Genehmigung von 2002 auch heutigen Anforderungen entspricht – schließlich entwickeln sich wissenschaftliche Erkenntnisse und technischer Fortschritt stetig weiter. Es ist diese Frage, an der sich die Kritik in der Region immer wieder entzündet.

In diesem Streit gilt es natürlich, auch jene Gemeinden in ganz Deutschland im Blick zu haben, die derzeit mit einem der rund 35 Zwischenlager leben müssen. An einigen von ihnen haben wir die Stimmung von Menschen eingefangen, die seit Jahren auf eine rasche Inbetriebnahme des Endlagers hoffen.

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