Das Endlager Konrad

Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im Bau

Übersicht

Das Endlager Konrad im niedersächsischen Salzgitter ist Deutschlands erstes vollständig genehmigtes Endlager für Atommüll. Im Jahr 2027 soll der Betrieb starten.

Bei den radioaktiven Abfällen, die in Konrad endgelagert werden sollen, handelt es sich um radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Das sind die schwachradioaktiven - und der Großteil der mittelradioaktiven Abfälle. Für Konrad liegen alle notwendigen wissenschaftlichen Sicherheitsanalysen und ein gültiger Planfeststellungsbeschluss vor.

Vor der Inbetriebnahme wird die Sicherheitsbetrachtung nochmals darauf überprüft, ob alle Erkenntnisse dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechen. Gleichzeitig wird das Bergwerk zum Endlager ausgebaut. Dies geschieht mit den modernsten Bauverfahren, die es sowohl im Bergbau als auch im Hoch- und Tiefbau gibt. Schließlich soll das Endlager Konrad ein Höchstmaß an Sicherheit bieten.

Konrad in 90 Sekunden

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Geschichte

Das Endlager Konrad in Salzgitter-Bleckenstedt in Niedersachsen ist in einem lange andauernden Verfahren genehmigt worden. Hier wird nach der Fertigstellung Atommüll mit vernachlässigbarer Wärmeabgabe eingelagert. Das sind schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Die Vergangenheit des Standorts reicht bis weit ins 20. Jahrhundert zurück, lange bevor Bergleute in den späten 1950er-Jahren die beiden Schächte gebaut haben.

Über die Schächte Konrad 1 und Konrad 2 fördern Bergleute ab 1964 Eisenerz. Bereits 1976 endet der Abbau aus wirtschaftlichen Gründen. Im selben Jahr beginnen Untersuchungen zur Eignung von Schacht Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Wissenschaftliche Untersuchungen der Geologie sprechen dafür: So verhindern etwa dicke Tonschichten das Eindringen von Wasser – und damit auch das Austreten von radioaktiven Stoffen für einen langen Zeitraum.

Kräne stellen ein Teufgerüst auf
© BGE
Für die Sanierung und Umrüstung des Schachtes Konrad 2 wird wieder ein temporäres Teufgerüst aufgestellt. Auch jetzt müssen die Bergleute beengt in einem kleinen Förderkorb zu den Arbeitsplattformen im Schacht einfahren.

Infostelle Konrad

Sie interessieren sich für das Endlager Konrad und möchten mehr darüber erfahren? Dann besuchen Sie unsere Infostelle Konrad. Neben einer Ausstellung zum Endlager Konrad bietet die Infostelle regelmäßig Vorträge und Veranstaltungen an. Auch Baustellenbesichtigungen und virtuelle Touren durch das Endlager sind möglich. Der Besuch der Infostelle ist kostenlos.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Mehr Informationen erhalten Sie auf unserer Infostellen-Seite auf www.bge.de

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Ausbau zum Endlager

Besuchergruppe unter Tage im Bergwerk Konrad
© Klaus Loew
Bei einer Besucherbefahrung können sich alle Interessierten das zukünftige Endlager unter Tage anschauen.

Das Bergwerk Konrad wird nach den Festlegungen der Genehmigung zu einem Endlager für radioaktive Abfälle ausgebaut, deren Wärmeabgabe vernachlässigt werden kann. Das bedeutet, dass sie eine so wenig Wärme an das Endlagergestein abgeben, dass keine Veränderungen im Gestein entstehen.

Der Aufwand für den Ausbau des Endlagers ist enorm, da die Sicherheitsanforderungen hoch angesetzt wurden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass für etwa 300.000 Jahre nicht damit zu rechnen ist, dass radioaktiven Stoffe aus dem Endlager in die Umwelt austreten.

Einblicke-Magazin

Cover Magazin Einblicke Nummer 11

Das Magazin „Einblicke“ informiert unter anderem über das Endlager Konrad. Es beleuchtet unterschiedliche Perspektiven und leistet so einen Beitrag zur gesellschaftlichen und politischen Diskussion zum Bau des Endlagers für schwach- und mittelradioaktiven Abfälle in Niedersachsen.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist Herausgeberin des Einblicke-Magazins. Die Beiträge werden von Journalistinnen und Journalisten verfasst.

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Blick in die Zukunft

Zunächst muss der Bau des Endlagers vollendet werden. Das wird voraussichtlich bis ins Jahr 2027 dauern. Danach erfolgen die behördlichen Abnahmen und der Testbetrieb ohne radioaktive Abfälle, die sogenannte Kalterprobung.

Wenn das erfolgreich bewältigt ist, wird die Anlage in den Regelbetrieb überführt. Das heißt, erst dann können die zugelassenen und bei der Vorkontrolle freigegebenen Abfallbehälter zum Endlager gebracht werden. Und zwar in einer vorher festgelegten Reihenfolge, damit ein kontinuierlicher Einlagerungsbetrieb möglich ist.

Das Endlager Konrad ist für eine Betriebszeit von 40 Jahren geplant und genehmigt. Nach 30 Jahren soll die Einlagerung abgeschlossen sein. In den letzten 10 Jahren wird das Endlager dann vollständig verfüllt und die beiden Schächte werden verschlossen. Dazu wird für die unterschiedlichen Gesteinsschichten jeweils ein Material gewählt, das dem natürlichen Gestein sehr ähnlich ist.

Dort wo in der Geologie wasserdurchlässige Bereiche sind, wird auch für den Schacht ein durchlässiges Material genommen. Dort wo die Gesteine wasserdicht sind, muss auch der Schacht wasserdicht verschlossen werden. Dazu werden Verfüllstoffe hergestellt, die den natürlichen Gesteinen sehr ähnlich sind.

Bergleute bauen Gebirgsanker zur Stabilisierung ein
© Janosch Gruschczyk
Bergleute bauen Gebirgsanker zur Stabilisierung ein.
Ein Bergmann bläst mit Druckluft ein Bohrloch frei
© Janosch Gruschczyk
Ein Bergmann bläst mit Druckluft ein Bohrloch frei.

Radioaktive Abfälle und deren Beseitigung

Radioaktive Abfälle werden häufig auch als Atommüll bezeichnet. Damit ist klar, dass es sich um Reststoffe handelt, für die es keine weitere sinnvolle Verwendungsmöglichkeit mehr gibt. Da Müll nicht gleich Müll ist, hängt die Entsorgung von etlichen Faktoren ab. Das betrifft Müll, der im Haushalt anfällt genauso wie radioaktive Abfälle, die in Kernkraftwerken und anderen kerntechnischen Betrieben anfallen. Der große Unterschied sind die umfangreichen rechtlichen Bestimmungen.

Radioaktive Abfälle entstehen überwiegend beim Betrieb von Kernkraftwerken und im Anschluss bei deren Rückbau. In der Forschung fallen ebenfalls radioaktive Abfälle an und in geringeren Mengen auch in der Industrie und der Medizin. Für die Entsorgung müssen unterschiedliche Eigenschaften der Abfallstoffe berücksichtigt werden. Insbesondere ist auf die Wärmeentwicklung zu achten. Durch zu große Wärmebelastung könnte das Gestein beschädigt werden. In Deutschland werden radioaktive Abfälle deshalb in zwei Arten eingeteilt:

  • Radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung und
  • wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle.

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