Blick hinter die Kulissen des Endlagers Konrad

Konrad

Reportage

360-Grad-Kuppelkino, Führungen über und unter Tage, Vorführungen der Grubenwehr – der Tag der offenen Tür rund um das Endlager Konrad lockte mit einem abwechslungsreichen Programm hunderte Besucher*innen an. Sie nutzen die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Endlagers und auf die Arbeit der BGE zu werfen.

Wie sieht es eigentlich über und unter Tage im Endlager Konrad aus, das die BGE gerade errichtet? Wie ist der Stand auf den Baustellen? Am 27. August hatten alle interessierten Bürger*innen beim Tag der offenen Tür rund um das Endlager Konrad in Salzgitter die Möglichkeit, ganz persönliche Eindrücke zu sammeln. Rund 900 Gäste waren der Einladung der BGE gefolgt. Für ein abwechslungsreiches Programm hatte sie zahlreiche Infostände und Mitmach-Aktionen auf dem Parkplatz vor dem Werksgelände vorbereitet.

In unmittelbarer Nähe des krähenumringten Förderturms und Wahrzeichens Konrads konnten sich Mutige beispielsweise in der Kletterwand versuchen: „Das ist aber ganz schön hoch“ stellte ein Mädchen fest, als es die Spitze der rund sechs Meter hohen Wand erfolgreich erreicht hatte. Ebenfalls in luftiger Höhe ließen sich andere Gäste von der Grubenwehr zeigen, wie die Höhenrettung funktioniert. Dafür wurden Sie – professionell gesichert – im Tandem mit einem Mitarbeiter der Grubenwehr an einem kleinen Kran mehrere Meter in die Höhe gezogen, bevor es dann wieder langsam zurück auf den sicheren Boden ging.

Auf der Bühne für Livemusik und Talks erklärten Stefan Studt, Vorsitzender der Geschäftsführung der BGE und Dr. Thomas Lautsch, technischer Geschäftsführer der BGE, den Besucher*innen, dass sie mit dem Tag der offenen Tür „zeigen wollen, wie wir arbeiten, welche Herausforderungen es gibt und welche Beanspruchungen damit einhergehen. Aber wir wollen auch deutlich machen, wie wichtig die Aufgabe ist – für uns alle.“

Zwei Männer stehen auf einer Bühne. Einer redet in ein Mikrofon.
Stefan Studt und Dr. Thomas Lautsch begrüßten die Gäste auf der Bühne für Musik und Talks.

Experimente zum Mitmachen

Menschen sitzen auf Holzbänken an Holztischen
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt.

An den Experimentierstationen konnten junge Nachwuchsforscher*innen einige der Herausforderungen, welche die Endlagerung von radioaktiven Abfällen mit sich bringt, mit den eigenen Händen erfahren. In kurzweiligen Experimenten erforschten Sie unter anderem die Eigenschaften von Tongestein und seine Eigenschaften im Hinblick auf die Lagerung radioaktiver Abfälle. Mit einem Experiment aus Wasser, Mayonnaise und Tongestein lernten die Kinder etwa, dass Tongestein in der Lage ist, Verunreinigungen zu binden.

Entspannung und Stärkung fanden die Nachwuchsforscher*innen und ihre Eltern am Getränkestand und bei Bratwurst, Kartoffel- und Gemüsepfanne. Mit neuer Kraft konnte es dann auf die Hüpfburg oder zu einer der Führungen über und unter Tage gehen.

Blick auf Baustellen unter und über Tage

Wer sich einen der 150 Plätze für die untertägigen Befahrungen sichern konnte, erlebte die Baustellen und die Welt des Endlagers Konrad tief unter der Geländeoberkante. Die Befahrungen waren so beliebt, dass sie bereits mehrere Tage vor der Veranstaltung ausgebucht waren. Gabriele aus Salzgitter hatte Glück und konnte zusammen mit ihrem Mann einen der begehrten Plätze ergattern: „Die vielen Baumaschinen unter Tage waren beeindruckend. Und überhaupt zu erleben, wie es unter Tage ist, hat mir gut gefallen“, sagt sie. Ihr Mann Hans-Jürgen ergänzt: „Es wurde gut erklärt, wie die Einlagerung der radioaktiven Abfälle in Konrad später ablaufen soll.“

Besuch des Leitstands

Diejenigen, die keinen Platz mehr für eine Befahrung unter Tage ergattert haben, konnten über Tage einen Blick hinter die Kulissen des Endlagers werfen. Den ganzen Tag lang wurden Führungen über das Werksgelände angeboten, welche die Besucher*innen in kleinen Gruppen auch in das Kontrollzentrum der Schachtanlage Konrad brachte: In die Zentrale Warte. In der Zentralen Warte laufen ähnlich wie bei Leitständen großer Industrieanlagen alle Informationen über den aktuellen Betriebszustand aller Betriebsteile zusammen.

In der Zentralen Warte trafen die Besucher*innen auch auf eine lokale Berühmtheit: Zusammengerollt auf einem braunen Umzugskarton beobachtete Kater Konrad, das tierische Maskottchen der Anlage, das ungewöhnliche Treiben. An einer Weiterreise mit der Besuchergruppe in die Kauen – die imposanten Umkleideräume der Bergleute - zum Förderturm und zur neuen Druckluftanlage zeigte Kater Konrad aber kein Interesse.

Ein Kater liegt auf einem großen Pappkarton. Dahinter sind Besucher in Warnwesten und mit weißen Schutzhelmen zu sehen
Kater Konrad ließ sich vom Treiben in der Zentralen Warte nicht beeindrucken.

Rundumblick im Strandstuhl

Rundblick in eine Schachtanlage
Spektakuläre Einblicke nach unter Tage gab es im 360-Grad-Kuppelkino.

Auch der Besuch des 360-Grad-Kuppelkinos erfreute sich großer Beliebtheit: Rund 600 Besucher nahmen in dem weißen Zelt, das von außen an einen übergroßen Golfball erinnerte, auf extratief eingestellten Strandstühlen Platz. Sogleich richtete sich der Blick wie von selbst an die kuppelförmige Decke. Auf diese projizierten die Mitarbeiter*innen der BGE riesige Panorama-Bilder sowohl von unter als auch von über Tage. So konnte jeder einen guten Rundumblick über und in das Endlager erhaschen – ganz entspannt und ohne die Strapazen einer echten Befahrung mit der untertägigen Hitze, dem schweren Selbstretter über der Schulter et cetera.

Passend zu den Panoramen versorgten die Mitarbeiter*innen der BGE die Besucher*innen des 360-Grad-Kuppelkinos mit Informationen zu den Bildern. Und spätestens an dieser Stelle konnten alle Gäste einen guten Eindruck davon gewinnen, wie es im Endlager Konrad in Salzgitter aussieht, das die BGE gerade errichtet.

Fotostrecke: Tag der offenen Tür Endlager Konrad

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