Asse

Was ist die Asse?


Infostelle Asse

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 9:30 bis 17:00 Uhr und nach Vereinbarung.

Adresse und Anfahrt

Am Walde 1


38319 Remlingen
Telefon: 05336 9489007
Fax: 05336 89494
E-Mail:

Die Asse ist ein Symbol für die verfehlte Endlagerpolitik der Vergangenheit – und sie steht für den Versuch, diese Fehler so weit wie möglich zu korrigieren. Dazu gehört, die eingelagerten radioaktiven Abfälle zurück an die Tagesoberfläche zu holen.

Die Asse ist auch ein altes Bergwerk mit Stabilitätsproblemen. Täglich fließt Wasser in das Bergwerk. Deshalb ist es im derzeitigen Zustand nicht möglich, die Langzeitsicherheit der Umgebung vor den schädlichen Wirkungen der Abfälle im Bergwerk zu gewährleisten. Sie sollen zurückgeholt, neu verpackt, zwischengelagert und an einem besseren Ort sicher endgelagert werden.

Geschichte der Asse

Die Schachtanlage Asse II ist ein ehemaliges kommerzielles Bergwerk, in dem zeurst Kalisalz und später Steinsalz abgebaut worden ist. Später wurde die Anlage als Forschungsbergwerk bezeichnet, in dem nicht nur geforscht, sondern in dem auch radioaktive Abfälle entsorgt worden sind. Faktisch handelte es sich um ein Endlager.

Atommüll und Giftmüll in der Asse

Von 1967 bis 1978 sind 125.787 Abfallbehälter mit radioaktiven und giftigen Abfällen in die Schachtanlage Asse II eingelagert worden. Die genaue Zusammensetzung der eingelagerten Abfälle ist nicht bekannt. Sicher ist, dass die Einlagerungsbedingungen nicht in jedem Fall eingehalten worden sind. So ist bei einem Unfall während der Einlagerung ein Fass beschädigt worden, aus dem in der Folge eine kontaminierte Flüssigkeit austrat. Gemäß der Einlagerungsbedingungen hätten nur trockene Abfälle eingelagert werden dürfen. Ein Teil der Abfälle kommt in Kontakt mit einem Bruchteil des Wassers, das von außen in das Bergwerk eindringt. Dieses verbleibt im Bergwerk.

Was passiert in der Asse
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© Janosch Gruschczyk
Mobile Betonmischanlage unter Tage: Hier wird der Spezialbeton angemischt, mit dem Hohlräume im Bergwerk verfüllt und damit stabilisiert werden.

Das Bergwerk wird nach Berg- und Atomrecht betrieben und offengehalten, um die Arbeiten zur Rückholung der Abfälle voranbringen zu können. Es wird stabilisiert, um die Schädigungsprozesse des unterirdischen Bauwerks zu verlangsamen. Im Rahmen der Notfallvorsorge bereitet sich der Betreiber auf den Fall vor, dass die Grube absäuft, also unkontrolliert mit Wasser vollläuft. Das Absaufen kann einmal im Gang nicht mehr verhindert werden, jedoch sollen Gegenmaßnahmen die Konsequenzen so gering wie möglich halten, also die Strahlenbelastung für die Umgebung so lange wie möglich zurückhalten. Die Rückholung der Abfälle aus dem Bergwerk wird vorbereitet.

Betrieb nach Berg- und Atomrecht

Der Betrieb des Bergwerks nach Berg- und Atomrecht ist auch heute noch kein Alltagsgeschäft. Dazu gehört, die Arbeitssicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem alten Bergwerk sicherzustellen, und die Umgebung der Schachtanlage radiologisch zu überwachen. Derzeit ist der Betrieb der Schachtanlage in der Umgebung nicht nachweisbar.


Stabilisierung und Notfallvorsorge

Die Stabilisierung des Bergwerks zeigt Wirkung. Das Tempo, in dem die Grube an Standfestigkeit verliert, ist langsamer geworden. Das ist eine zentrale Voraussetzung für die Rückholung der Abfälle aus dem Bergwerk. Und die Arbeiten sind zum Teil hochumstritten, wie die Diskussion um die Verfüllung von Strecken im unmittelbaren Umfeld der Einlagerungskammern auf der 750-Meter-Ebene in der Vergangenheit zeigt. Notwendig oder verantwortungslos – die Meinungen gehen auch heute noch weit auseinander.

Die Notfallvorsorge kommt langsam aber sicher voran. Auch sie ist eine Voraussetzung für die Rückholung der Abfälle aus dem Bergwerk. Einlagerungskammern können nur dann geöffnet werden, wenn für das mögliche Absaufen des Bergwerks Vorsorge getroffen worden ist. 2026 soll die sogenannte Notfallbereitschaft erreicht sein. Noch ist es nicht so weit, aber die Anlage ist schon heute besser auf einen möglichen Notfall vorbereitet, als noch vor einigen Jahren.

Rückholungsplanung

Die Rückholung ist auch heute noch ein Projekt, dessen Abschluss (und Beginn) nicht konkret absehbar ist. Viele Arbeiten finden bisher nur auf dem Papier statt. Und doch hat das Projekt große Fortschritte gemacht: Der Faktenerhebung ist es gelungen, in das Innere einer Einlagerungskammer vorzudringen. Durch diverse Erkundungsbohrungen haben die Fachleute heute einen ganz neuen Eindruck von der geologischen Struktur östlich des Bergwerks, dort, wo ein neues Rückholbergwerk gebaut werden soll. Die Vorbereitungen für die 3D-Seismik sind fast abgeschlossen, sodass in den nächsten Jahren noch mehr Informationen über die genaue Ausdehnung der Salzstruktur vorliegen werden, um so die Rückholung planen zu können. Und bald steht auch die Konzeptplanung, auf deren Basis die Rückholung dann Kammer für Kammer konkret geplant werden kann. Es geht also voran, auch wenn vieles noch unsicher ist.

Was wird aus der Asse?

Die Zukunft der Asse kann nicht vorhergesagt werden. Die Abfälle sollen zurückgeholt werden, aber ob dies gelingt, ist nicht sicher. Zwei Szenarien:

Die Asse säuft ab

Die Rückholung der radioaktiven Abfälle wird in diesem Fall unmöglich. Das Bergwerk wird soweit möglich gegengeflutet, um die radiologischen Gefahren so weit wie möglich von der Umwelt fernzuhalten. Die gesetzlichen Schutzziele können so nicht sicher eingehalten werden. Ziel ist vielmehr, den möglichen Schaden möglichst gering zu halten. Evakuierungen und Umsiedlungen im Landkreis Wolfenbüttel sind – entgegen von Befürchtungen in der Bevölkerung – nicht erforderlich. Dennoch ist die gescheiterte Rückholung ein Imageproblem für die Region. Es ist möglich, dass radioaktive Stoffe an die Oberfläche kommen, irgendwann in der ferneren Zukunft.

Die Rückholung gelingt

Die Abfälle werden durch einen neuen Schacht an die Tagesoberfläche gebracht, neu verpackt (konditioniert), zwischengelagert, und anschließend in einem neuen Endlager untergebracht. Die Rückholung ist mit einer Strahlenbelastung innerhalb der zulässigen Grenzwerte für die Beschäftigten und die Bevölkerung in der Umgebung der Asse verbunden. Diese wird in Kauf genommen, um die Langzeitsicherheit dauerhaft sicherstellen zu können. Irgendwann ist die Schachtanlage Asse II Geschichte. Die radioaktiven Abfälle lagern an einem anderen, einem besseren Ort.

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